Axolotl Roadkill von Helene Hegemann

„Axolotl Roadkill“ von Helene Hegemann bewirkt, was ein Buch bewirken muss, wenn es erfolgreich verkauft werden soll: Man spricht darüber.

Anknüpfungspunkte gibt es reichlich, die Autorin war bei Erscheinen des Buches erst 17 Jahre alt, ihr Schreibstil ist so unerwartet wie sprachlich überraschend, das von ihr gezeichnete Bild der „Nuller“- Generation diskussionswürdig.
Vergeblich sucht man in der Geschichte der sechzehnjährigen Protagonistin Mifti einen roten Handlungsfaden, sie stolpert von einem Lebensfragment zum anderen, und genau so fragmentarisch ist der Roman strukturiert.

Mifti versucht den bestehenden gesellschaftlichen Normen zu entkommen, nur hat sie für ihre gewonnene Freiheit abseits der Konventionen leider keinen alternativen Lebensplan, ihre Intelligenz führt zu nichts anderem als zu selbstzerstörerischen, sinnentleerten Handlungen, in der aufgezeichneten „Wohlstandsverwahrlosung“ sind Drogen wichtiger Bestandteil.Lieb- und Tabulosigkeit kennzeichnen dieses Umfeld, und gerade dadurch gewinnt das Buch an Authentizität. Helene Hegemann hat sich - eben ganz tabulos – großzügig bei den Blogtexten anderer Autoren bedient, wie sie auch selbst wenig schuldbewusst zugibt.

Ob es sich dabei um dreisten Diebstahl oder eine Revolution des Urheberrechts handelt, ist noch nicht geklärt.

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